Der zweite Tag im Referendariat

Der zweite Tag im Referendariat – Bisher fast nichts passiert

Euphorisch geht es in die Schule. Nach langer Wartezeit lerne ich heute, am ersten Tag in der Schule meine Mentoren kennen. Endlich kann ich Schüler in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Das wird ein Spaß! Gestärkt wird die Vorfreude dadurch, dass ich heute früh nicht überfahren wurde. In der, aus dem Studium eingeschliffenen, geistigen Umnachtung jedoch, habe ich einfach den Wecker beim Klingeln ausgeschaltet und wäre um ein Haar zu spät gekommen. Die „just-in-time“ Maxime für’s Referendariat wird also schon heute umgesetzt.
In der Schule angekommen, habe ich auch gleich einen Schlüssel bekommen. Ab jetzt stehen mir alle Türen offen, jedenfalls dann, wenn „alle“ die des Physikkabinetts, der Unterrichtszimmer und der Lehrertoilette meint. Damit man als Referendar nicht wie ein zu alter Schüler aussieht, haben wir sogar einen bunten Aushang im Lehrerzimmer gemacht – noch gibt der Farbdrucker das her.
Was bleibt nach diesem ersten Tag, dem Kennenlernen und ersten Hospitationen ist, dass man nach den unzähligen Vorstellungen und Erklärungen nach zwei Unterrichtsstunden auf dem Flur schon nicht mehr weiß, wen man schon einmal begrüßt hat. Der Trend der Einführungsveranstaltungen setzt sich fort: viele Eindrücke, unzählige Informationen über Fluchtwege, das richtige Verhalten, Aushänge, „Kollegen“ und Schüler. Das Wichtigste kriege ich aber auch noch mit: eine meiner Mentorinnen hat am folgenden Tag Geburtstag. Langsam verstehe ich also, wozu diese zugehangenen Wände in Lehrerzimmern taugen. Am Ende des Tages bleibt zum Glück die Zugfahrt auf der ich erschlagen aber optimistisch feststelle: Das wird ein anstrengendes aber spannendes Jahr!

Bildquelle: Jonas K. (flickr)

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